Kurz bevor wir Südkorea verließen, hat es dann endlich mal mit dem „Couchsurfen“ geklappt. Couchsurfing ist eine App. Die Registrierung kostet 14€. Der Preis gilt pro Jahr. Dabei melden sich Leute (Host) an, die aus verschiedenen Gründen Leute bei sich aufnehmen wollen. Mache machen es, weil sie einsam sind, andere wollen ihr Englisch verbessern, andere finden es einfach schön, etwas von den Reisenden zu erfahren. Der Host bekommt dafür kein Geld/Miete. Für den Gast (uns) ist es schön, da wir den Tag keine Unterkunft bezahlen müssen. Dafür muss man sich mit dem zufrieden geben, was man geboten bekommt.

Sam ist Neuseeländer, arbeitet für die UN (vereinte Nationen) und erstellt für öffentliche Bauwerke Risikodiagramme. Z.B. wenn ein Flughafen gebaut wird, der in der Nähe zum Meer ist. Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden, dafür bei extremen Wetterbedingungen alles glatt läuft. Nebenbei unterrichtet er noch an der Universität in Seoul. Alle 5 Jahre wird er in eine andere Stadt (weltweit) versetzt. Sehr interessanter Typ, mit dem wir unsere letzten 2 Tage in Südkorea verbringen durften.

Dann ging es nach Incheon, wo der fünftgrößte Frachtflughafen der Welt ist.

Erstaunlicher Weise war hier das Bier so günstig, wie sonst nirgendwo in Südkorea. Wir tranken uns etwas Mut an und dann ging auch schon der Flug. Zwar sind wir mit einer Stunde Verspätung los geflogen, jedoch kamen wir pünktlich in Bangkok an.


In Bangkok angekommen haben wir uns erstmal um eine SIM-Karte gekümmert. Wie immer im neuen Land. Im Flughafen fährt die S-Bahn los und nach ein paar Stationen mussten wir schon raus. Uns traf der Schlag als wir ausstiegen. Tropische, feuchte Hitze. Ein Gewitter war gerade abgezogen, auf den Straßen stand noch das Wasser und es lag ein stechender, ekliger Geruch in der Luft. So riecht es immer wenn es regnet, da die Leute hier einfach alles in die Kanalisation schütten und es dann bei Starkregen wieder hoch kommt.

Vorab hat mir ein Freund gesagt, er hätte gehört, Marihuana sei seit einem Jahr in Thailand legal. Ob wir denn nicht mal schauen könnten, wie sich die Sache dort so entwickelt. Wir haben herausgefunden, dass die Preise in den offiziellen Coffeeshop’s ziemlich hoch sind, dafür bekäme man aber auch entsprechend gute Qualität.

Ansonsten sieht man an jeder Ecke Pflanzen stehen. Soweit ich weiß, könne man dort auch nachfragen. Die Qualität sei, (da Outdoor-Anbau) nicht besonders gut, dafür bekommt man wohl ein Gramm ab umgerechnet 70 Cent. Soweit meine Recherche für einen Freund.

Wir waren erst etwas skeptisch was Thailand angeht. Ist es denn sicher dort? Muss man Angst haben ausgeraubt zu werden? Diese Angst legte sich binnen 2 Tagen. Die Leute hier wissen genau, wie sie mit den Touristen umgehen müssen, bringen diese doch das Geld. In Südkorea trafen wir einen Spanier der uns ans Herz legte, unbedingt Motorroller zu mieten. Also suchten wir einen Laden, (Bad Boy Scooter Rentals Bangkok. Können wir sehr empfehlen) um dort für 1,90€ pro Tag 125ccm Roller auszuleihen.
Der gesellige Vermieter saß auf der Couch, das Glas Scotch gemischt mit Cola. Für den ersten Tag gab er uns ziemlich abgenutzte Roller. Eine weise Entscheidung. Linksverkehr in Thailand. Es gibt neben den offiziellen Regeln auch noch ein paar andere Regeln, die man erstmal wissen muss. Auf einer großen Kreuzung, mit einem langgezogenem, nassen Zuggleis verkeilte sich Victoria und kam zu Fall (Schrittgeschwindigkeit). Sofort sprangen Leute aus ihren Autos und LKW, um ihr wieder hoch zu helfen.


Am nächsten Tag rief mich der Vermieter an und meinte, er hätte nun bessere Roller da. Wir fuhren hin und Tatsache. Ein Honda „Crouser“ für die Dame und ich bekam einen Yamaha „Flitzer“.
Wir blieben ein paar Tage in Bangkok, schauten uns sämtliche Sehenswürdigkeiten (da mobil) an. Einmal verloren wir uns, haben uns aber nach einer Stunde wieder gefunden. Victoria hat kein Internet/Empfang. An einer Tankstelle bekam sie Hotspot von einem Tankwart und wir konnten einen Treff ausmachen.






Schnell haben wir begriffen, wie man hier zu Fahren hat. Das sieht von Außen definitiv schlimmer aus als es ist. Man schwimmt einfach mit, schaut was die anderen machen und es funktioniert. Die Roller dürfen an der Ampel IMMER ganz vorne stehen. Man muss sich auch zwischen den stehenden Autos durchdrängeln. Das ist Pflicht, sonst gibt es Ärger mit anderen Rollerfahrern. Es ist ungewöhnlich, dass sich „Touris“ in Bangkok trauen Roller zu mieten, dementsprechend war der Respekt groß. Victoria bekommt oft “ Daumen hoch“ gezeigt.



Wir wollten gerade aufbrechen und Bangkok verlassen, da kamen wir in eine Polizeikontrolle. Victoria hat in ihrem internationalen Führerschein A1 (125ccm) nicht abgestemmpelt. Der Polizist meinte, heute dürfe sie noch fahren und dann wird der Roller abgegeben. Alle unsere Pläne waren futsch. Wir mussten jedoch erstmal, um die Strafe zu bezahlen, mit aufs Revier. Dort direkt zum Kommissar, der Victoria sofort beruhigte und meinte, sie solle nicht so ernst gucken. Schnell kam heraus, dass er große Sympathien für Deutschland pflegt. Für 26€ (inkl. Strafe) wurde ihr ein Übergangsführerschein ausgestellt und die Fahrt ging weiter.

Mit dem deutschen Pass darf man 30 Tage visafrei durch Thailand reisen. Wir entschlossen uns deswegen, die 750km nach Koh Panghan anzutreten. Wir buchten uns kurzfristig in Hostels auf dem Weg ein. Pro Nacht kostet ein Zimmer zwischen 5€ und 13€. Ein Liter Benzin kostet ungefähr 1€. Die Straßen sind sehr gut. Mit dem Roller darf man natürlich auch auf der Autobahn/Highway fahren. Der Standstreifen ist für die Rollerfahrer vorgesehen. Dort hat man alle Freiheiten, muss jedoch auch ständig mit entgegenkommenden Rollern rechnen.




Die Städte zwischen Bangkok und den beiden Inseln sind jetzt in der Nebensaison leer von Touristen. Die kommen erst im Winter wieder. Umso schöner für uns. Die Leute sind unglaublich nett, das Essen sehr günstig, dafür aber auch oft extrem scharf. Das Obst hier ist zuckersüß. Eine geschälte Ananas kostet 80Cent.
Oft treffen wir ältere Männer, 60-70Jahre alt, die hier ganz offensichtlich ihr Glück gefunden haben. Das kann man durchaus nachvollziehen. Mit deutscher Rente+ Ersparnissen kann man hier seinen persönlichen Lebensabend wunderbar ausklingen lassen, ohne sich Gedanken machen zu müssen.





Mit der Fähre ging es dann jeweils nach Koh Samui und Koh Panghan. Hier trifft man dann Touristen aus aller Welt. Ein markant, südlicher Duft liegt überall in der Luft. Ein paar Tage haben uns dort gereicht. Kann man sich mal angucken, ist aber alles auf Profit ausgelegt. Auf dem Rückweg haben wir auf der Fähre einen Pass gefunden. Da niemand von der Crew englisch sprach, musste ich mit auf die Brücke. Nach dem 4. Funkspruch meldete sich dann tatsächlich die gesuchte Dame, die glücklicherweise noch an Bord war. Auf der Brücke und wie überall in thailändischen Räumen. SCHUHE AUS !!!





Dann ging es auch schon zurück nach Bangkok. Gefühlt war es wie Urlaub auf der Reise. Wir blieben sogar in unserem Budget. Jedoch hat man sich als einer von vielen Touristen gefühlt, was wir eigentlich beide nicht wollen. Für uns reist es sich schöner an Orten, wo sonst keine Fremden hin kommen.