Russia-Mongolia (5/23)

Von der kasachischen Grenze aus, ging es hoch bis nach Barnaul. Es hätte zwar 2 kürzere Wege gegeben, von denen wurde uns jedoch abgeraten. Wenn ein Russe sagt: „lieber nicht mit euerm Auto“, dann kann man das definitiv glauben. Knallhart, wie und wo die teilweise langfahren.

Das Altai beginnt südlich von Barnaul und auf einer wirklich guten Straße kann man durchpeitschen bis in die Mongolei. Wir hätten es uns etwas grüner, also mit mehr Wald vorgestellt. Leider wurde hier viel abgeholzt und so sieht man oft nur kahle Hänge. Trotzdem eine schöne Landschaft.

Wanderwege sind schwer zu finden. Hatten dann aber doch einen 12 Kilometer langen Rundweg ausfindig machen können. Danach konnten wir erstmal etliche Zecken von uns absammeln.

Diese neue Hängebrücke ist zwar schön, jedoch muss man 200 Rubel pro Person bezahlen, um auf die andere Seite zu gelangen. Ein russischer Familienvater mit 4 Kindern, machte sich dann mal ordentlich Luft beim Kassierer. Ich konnte ihn verstehen. Tourismus ist nicht ihre Stärke. Es wird kaum was dafür getan und wenn, ist es ziemlich teuer. Für uns ging es weiter in die Mongolei.

Mit etlichen Tankern, standen wir in der Schlange auf der russischen Seite. Von der Mongolei aus kommen Neuwagen und neue LKW’s aus China, die überführt werden. Immer 5-6 Stück. Die Fahrer werden dann in Russland eingesammelt und wieder zurück gebracht. Am Empfang saß eine Zöllnerin, die mit ihren 2,5 Zentnern den aufgeregten kleinen Asiaten, den Marsch bließ. Unglaublich aufdringlich die Mongolen. Wenn der Raum schon voll mit Menschen ist, müssen sich noch 5 Mann reinquätschen. Privatsphäre kennen sie nicht. Leute, die teilweise zu 10. in einer Jurte wohnen, haben einfach eine andere Auffassung davon. Wenn man im Supermarkt an der Kasse steht und keinen Körperkontakt zum Vordermann hat, wird sich von hinten vorgedrängelt.

An der mongolischen Grenze wurden erstmal halbherzig die Radkästen desinfiziert. Der Beamte wollte dafür 100Rubel oder 1 Dollar oder Coca-Cola oder Zigaretten. Haben wir alles nicht und so gaben wir ihm 2 georgische Münzen. Wenn es in der Reihe einen Meter weiterging und man nicht nach 0,1 Sekunde aufgerückt war, wurde direkt von hinten gehupt oder zum überholen angesetzt, um dann wieder 10 Minuten zu warten. Sofort wird ausgestiegen, Kippe an und ab vor, gucken was da passiert. Willkommen in Asien.

Die Zöllner waren super. Mit unseren Dokumenten kamen sie zwar nicht klar, aber nach einer halben Stunde wurde einfach irgendwas eingetragen, was der Computer akzeptiert. Alles schick und wir sind gerade an der letzten Schranke angekommen, da stehen schon 2 zwielichtige Gestalten. Auto abstellen und mit ins Büro. Auf dem Gelände der offiziellen Grenze, denkt man ja, wird schon alles richtig sein. Die beiden wollten uns ihre überteuerte Versicherung andrehen, die angeblich Pflicht wäre. 3x teurer als üblich. Die Police wurde sofort ausgedruckt und wir sollten bezahlen. Bargeld hatten wir noch nicht und Kartenzahlung ging nicht. Wir sollten Geld holen und im 80km entfernten Dorf, in einem Hotel bezahlen. Eine Stunde später, wartete am Ortseingang schon ein Typ, der uns abfing. Wir hielten an und stellten uns wieder doof. Er gab relativ schnell auf. Die Police hatten wir ja. Die wollte jedoch nie jemand sehen. Tut mir leid, dass die Leute arm sind, aber wenn sie anfangen einen abziehen zu wollen, können wir den Spieß auch umdrehen. Wir wollen noch eine ganze Weile reisen und achten penibel auf jeden Cent.

Das am dünnsten besiedelte Land der Welt, aber so viele Tiere wie hier, haben wir bis jetzt nirgendwo gesehen. Die paar Städte westlich von Ulaanbaatar, hat man sich nach 2 Stunden vollständig angeschaut.

Die Leute leben wirklich in diesen Jurten. In Städten noch mit Mauern eingegrenzt. Meistens haben sie einen Transporter fürs Vieh und einen Jeep. Wer was auf sich hält, fährt Toyota Landcruiser. In den Städten dann eher Toyota Prius. Eigentlich sieht man nur diese beiden Modelle.

Die 1800km von der Grenze bis nach Ulaanbaatar fahren sich wunderbar. Die Straßen sind klasse und bis auf ein paar Überführungswagen, herrscht kaum Verkehr.

Ulaanbatar mit seinen 4 Kohlekraftwerken, hat mit Neu-Dehli die schlechteste Luftqualität der Welt. Auch so gibt es nicht viel zu sehen. Wir fragen rum, was man sich so angucken kann. Wir sollen uns 80km östlich die Dschingis Khan Statue anschauen. Geschichtlich gab es auch wenig zu erfahren. Vor ein paar Jahren wurde Kohle im Wert von 13Mrd. Dollar gestohlen. Die Verantwortlichen wurden in China hingerichtet.

Deutsche Produkte feiern sie.

Ein bisschen was gab es schon zu sehen, aber insgesamt hat da jede deutsche Kleinstadt mehr zu bieten. Hier dienen die Städte mehr dem Zweck, darin zu leben. Viel mehr wird dafür nicht getan. Parks oder Erholungsmöglichkeiten gibt es nicht.

Zempern und Fasching können kommen. Für je 30€ gab es diese Kimonos. Die kommen traditionell eigentlich aus Japan, hier gab es aber ein riesiges Warenhaus mit großer Auswahl.

Viertel Million mongolische Tögrög… 60€

Jurte aus 130 Leopardenfellen….

Hier standen wir an einem Fluss. Nach einer Weile kamen zwei Polizisten, die jedoch kein Polizeiauto hatten, sondern ein Normales. Angeblich dürfen wir dort nicht stehen und sollen 30€ Strafe bezahlen. Sie bekamen einen Tee und jeder einen 20er serbischer Dinar, die umgerechnet 17 Cent Wert sind.

Für mich als Zimmermann auch mal ganz interessant zu sehen. Dachstuhl aus Metall.

Beim Vito leuchtete nach 3000km in regelmäßigen Abständen schon wieder die Motorkontrollleuchte. Wir waren in Ulaanbaatar bei Mercedes um den Fehler auslesen zu lassen. Nachdem man uns eine Stunde warten ließ und wir den Leuten beim rumsitzen zusahen, ging ich nochmal hin und fragte nach. Ein Mitarbeiter kam dann und wir füllten erstmal den Auftrag aus, dabei wollten wir nur mal schnell den Fehler auslesen lassen. Nachdem wir wieder eine halbe Stunde warteten und Schiss vor einer großen Rechnung bekamen, beschlossen wir wieder zu unseren Freunden nach Russland zu fahren. Dort wird einem erst geholfen und dann geht’s ums Geld..

Ansonsten muss man schon sagen, dass alle nett und respektvoll zu uns waren. Mongolei ist halt schon so richtig Asien und anders als wir es aus Mitteleuropa kennen. Ähnlich wie Kasachstan, haben wir auch für die Mongolei beschlossen, nicht nochmal hin zu fahren. Aber, sag niemals nie..

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