Thailand III+ Malaysia

Bereits in Saigon hatten wir uns für ein pakistanisches Visum beworben und auch direkt die 50$ p.P. bezahlt. Da Behörden nicht nur in Deutschland gerne auf sich warten lassen, haben wir als Abholort Bangkok angegeben. Einen Tag nachdem wir es online in Saigon beantragten, bekamen wir einen Termin für den nächsten Morgen 11Uhr in Bangkok. Auf Emails und Anrufe reagieren Botschaften sowieso nicht und nach 7 Tagen würde der Antrag verfallen und man müsse nochmal 50$ p.P. bezahlen. Dementsprechend schnell ging es von Saigon nach Bangkok.

Bangkok hat eine riesige muslimische Gemeinde und als wir vor der pakistanischen Botschaft standen, wurde Victoria, deren Fußballtrikot länger als ihre HotPants waren, reihenweise von Frauen in Burka verachtend oder neidisch, jedenfalls nicht nett, angeschaut. Natürlich hätten wir uns respektvoller kleiden müssen. Das störte aber bei den Pakistanis niemanden.

„Salam Aleikum“- „Friede sei mit dir“. Wer mit diesen Worten ein Gespräch mit einem Muslim beginnt, hat eigentlich schon gewonnen. Es stellte sich raus, dass die Pakistanis schon auf uns warteten. So ging es einmal mit Eskorte durchs Gebäude, direkt zum 1. Sekretär des Botschafters.

Im Zimmer standen wuchtige Möbel und die letzte Zigarette glimmte noch im Aschenbecher. Er meinte, es sei wichtig, dass junge Leute etwas von der Welt sehen und freut sich, dass wir nach Pakistan reisen wollen. Es gäbe bloß ein Problem. Wir hätten das Visum bei der pakistanischen Botschaft in Deutschland beantragen müssen. Er müsse ein paar Anrufe tätigen und morgen würde sich jemand bei uns melden. Er sei aber guter Dinge.

„Hallo, wie geht es dir Bruder? Ich habe beide eure Visa genehmigt. Ihr bekommt sie heute oder morgen. Alles Gute!“

Für den 21.12 waren wir mit Freunden aus der Heimat verabredet, die in Thailand Urlaub machen. Ca 40km außerhalb stellten wir unser Auto wieder in einer Pagoda ab. Diese war nah am Bahnhof gelegen und für ein paar Cent, konnte man den Zug nach Bangkok nehmen.

Ca. 150km südlich von Bangkok liegt Pattaya. Die Küstenstadt ist berühmt für Prostitution und Exzess. Ich persönlich hätte etwas mehr erwartet. Die Frauen und Ladyboys sahen ziemlich verbraucht aus. Außerdem gab es etliche russische Nachtclubs. Die Damen dort sahen aber auch bei Weitem nicht so aus, wie wir es aus Russland gewohnt waren. Es ist übrigens riskant einen Ladyboy zu fotografieren. Diese mögen das gar nicht und werden schnell handgreiflich. Auch die Thais wollen nicht das man die Ladyboys fotografiert.

Sonntags ist in der Pagoda immer Unterricht für Schulabbrecher die es nochmal probieren wollen. Ihr Lehrer hielt bei uns am Auto und wir unterhielten uns eine Stunde. Er lud uns in einen Imbiss zum Mittag ein und für Dienstagabend bei sich zu Hause zum Abendessen.

Die Familie ist muslimisch. Die Frauen tragen ihr Kopftuch aber nur in der Stadt. Zuhause im Dorf trägt es niemand mehr. Sein Neffe nebenan hat eine Plantage. Er freute sich immer, als ich ihn besuchen kam.

Dann war es endlich soweit und unsere Freunde aus Groß-Naundorf kamen. Wir verbrachten 2 super lustige Abende mit den Jungs, ehe wir uns verabschiedeten, da wir weiter mussten. Dieses Foto muss genügen, denn was in Thailand passiert, bleibt in Thailand.

Ein letztes Mal ging es mit unserem liebgewonnenen Zug zu den Mönchen und unserem Auto.

Heiligabend ging es ins „Dorfstadl“. Ein deutsches Restaurant in Thailand. Ganz schön, nach 13 Monaten ein Schnitzel serviert zu bekommen. Das Glas Paulner Hefeweizen für 9€ war mir dann aber doch zu teuer.

3 Mal waren wir auf der Reise in Thailand. Insgesamt 58 Tage und somit haben wir nach Russland hier die meiste Zeit verbracht. Thailand ist mehr als f*cken und k*ffen. Auch die Touriorte vermitteln ein falsches Bild von Thailand. Es ist beeindruckend, wie sich das Land, quasi ohne Stress und Hektik, an die Spitze Südostasiens gemausert hat. Das kommt nicht von ungefähr. Im Vietnamkrieg waren die Amis hier stationiert. Die Familien der Soldaten kamen zu Besuch und daraus entsprang ein florierender Tourismus.

Nach ungefähr 2,5h hatten wir den Grenzübergang passiert. Normalerweise geht es schneller. Dieser Übergang ist jedoch der Einzige im Norden Malaysia’s und führt direkt in die Hauptstadt Kuala Lumpur. Zwar hätten sie es nicht verlangt, aber für die Verschiffung ließen wir das CDP zum ersten Mal ausfüllen.

Die Zöllner hatten glücklicherweise einen Vordruck, also war die Sache schnell erledigt. Bereits im Süden Thailands begegneten wir ausschließlich Muslimen. Da diese Teilweise in Burka gekleidet waren, hatte Victoria schon etwas Angst, die sich aber schnell legen sollte.

In Malaysia leben zu 50% muslimische Malayen. Die sind aber ziemlich locker drauf, ungefähr so wie die Türken. 25% sind chinesischer Abstammung. Bereits im 14. Jh. kamen Chinesen nach Malaysia. Die meisten aber im 17-18. Jh. Komischerweise fotografieren sie einen hier nicht und sind auch sonst sehr zurückhaltend. Lediglich wenn hinter einem gerotzt und gekeucht wird, baucht man sich gar nicht umdrehen, um zu wissen, dass es ein Chinese ist. Die anderen 25% sind Inder, Bangladeshi und Myanmare. Also ein ziemlich bunter Mix aus verschiedenen Religionen, die friedlich zusammen leben. Trotzdem besorgten wir für Victoria ein paar Tücher, auch wenn es hier niemand erwartet. Das wird sich noch ändern.

In der Regel merkt man bereits an der Grenze, wie es in dem Land sein wird. Und hier merkt man sofort, dass es passt, mit uns und Malaysia. Wir haben einen straffen Zeitplan, da wir Silvester in Singapur feiern und am 2.1 nach Borneo fliegen werden. Für einen Termin bei der Reederei sind wir trotzdem nach Kuala Lumpur gefahren.

Es mussten noch ein paar Dinge geklärt werden. Am 22.1 kommt der Vito in einen Container. Glücklicherweise passt er genau in die kleinste und somit günstigste Kategorie. Am 28.1 legt das Schiff ab und wird voraussichtlich am 1.2 in Chennai/ Indien ankommen. Dazu später mehr, wenn es soweit ist.

1€=5 Ringit. 70 Liter Diesel gibt es hier für 32€. Momentan kostet der Liter 2,35Ringgit also 46Cent. Die Regierung erhebt keine Steuern auf Euro5 Diesel und Super 95. Im Gegenteil. Es wird noch subventioniert. Damit liegt Malaysia auf Platz 5 des günstigsten Kraftstoffes weltweit. Platz 1 belegt Venezuela mit 2Cent pro Liter.

Malaysia hat sogar eine eigene Automarke. „Proton“ Zwar hängt Mitsubishi mit drin, trotzdem ist sie weitgehend eigenständig.

Mittlerweile haben wir Johor Bahru erreicht. Die Stadt grenzt im Süden an Singapur. Übrigens neben Monaco und Vatikanstadt der nur 3. Stadtstaat weltweit.

Für einen Tag Singapur, mehr können wir uns eh in einer der teuersten Städte weltweit nicht leisten, lohnt sich der Aufwand beim Zoll nicht. Der Vito bleibt in Malaysia stehen und wir nehmen den Bus. Immerhin sind es 9.935km Luftline bis Lebien und somit die weiteste Entfernung auf der Reise.

Am Ende möchte ich mich noch bei über 2.000 Besuchern und für mehr als doppelt so viele Aufrufe bedanken. Zwar kann ich mir davon nichts kaufen, trotzdem freue ich  mich jedes mal über ein Resümee, aber auch das Schreiben und Erinnern an das Erlebte ist eine gute Sache. Guten Rutsch @ all.

1 Kommentar

  1. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Liebe Vicki, lieber Yannik,
    wir wünschen euch alles Liebe für das neue Jahr! Erlebt noch heile wundervolle Highlights und kommt gesund und munter wieder!
    Danke für eure Teilhabe über den Blog an eurer Reise!
    Liebe Grüße Pius, Zoé, Carolin und Matthiasd

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