Cambodia+Việt Nam

Nicht viel los am Grenzübergang in der Provinz. Für 30$ p.P. gabs das VOA. Recht schnell fällt einem auf, dass in Kambodscha alles mit $ bezahlt wird. Selbst in den Läden, stehen die Preise meist nur in $. Wir behalten unsere paar $-Scheine lieber, da wir noch eine Menge Visa’s brauchen, die man nur mit frischen/ungenutzten Scheinen bezahlen kann. 1€=4500kamb.Ril. Beim Wechseln bekamen wir zum ersten Mal Blüten, die wir aber auf den Märkten wieder unters Volk bringen konnten.

Kambodscha ist relativ ähnlich zu Laos. Die Leute sind größtenteils arm. In Laos sind die Preise relativ niedrig, in Kambodscha hingegen hoch, dafür sind die Straßen hier besser. Richtige Dörfer gibt es hier nicht. An den Straßen, welche die Städte verbinden, sind ununterbrochen Häuser gebaut. Man fährt also immer im Ort, was nervig bei der Schlafplatzsuche ist. Die Reisfelder sind überschwemmt und Wälder gibt es nicht. Wenn wir abends dann irgendwo am Wegesrand stehen, dauert es nicht lange, bis der besorgte Nachbar die Polizei holt.

Wir haben auf der Reise schon einige Sachen mit Polizisten durch, deswegen sind wir immer froh, wenn sie uns einfach in Ruhe lassen. Meistens machen sich die Leute mehr Sorgen als wir und rufen dann 110. Leider kommt dann in Südostasien gleich ein ganzes Publikum mit, um zu gaffen. Die stehen dann nachts um einen herum, filmen,  fotografieren und schnaken ins Auto, während irgend ein Dorfsheriff unsere Dokumente kontrolliert und nach einer halben Stunde aufgibt, da er es eh nicht lesen kann.

So ging es dann für uns schnell weiter Richtung Vietnam. Bei unseren Begegnungen mit den Einheimischen wuchs unser Frust. Victoria schaute sich noch Angkor Wat, das Weltkulturerbe und ehemals größtes religiöse Bauwerk der Welt an. Der Eintritt mit stolzen 37$, war mir jedoch zu hoch, genauso wie im nahegelegenen Wasserfall, wo das Tagesticket 40$ kostet. Die Leute hier versuchen mit minimalem Aufwand, maximal Kohle zu generieren.

Das gerade in Südostasien viele Menschen mit ihrem Geschlecht nicht zufrieden sind, toleriere ich total. Sollen alle machen wie sie wollen, solange sie mir damit nicht auf den „Sack-haha“ gehen. Auch das ist hier anders. Die Ladyboys fassen einen im vorbeigehen an. Generell werde ich ständig von Männern angefasst. Ich wäre froh, wenn die Kerle wieder nach Victoria und nicht nach mir schauen würden. Einmal machen wir einen Toilettenstopp an der Tankstelle. Der Mann neben uns, stieg gerade in sein Auto, als er mich sah, um mir auf Toilette zu folgen. Dort, neben mir stehend, fängt er an, an seinem Schwanz rumspielen. Selbst, dass ich ihn anpisse, schreckt ihn nicht ab.

So flüchteten wir für die Nächte in Pagoden, einer kleineren Art von Tempeln, in der die Mönche leben.

Um nach Vietnam mit dem Auto zu reisen, bedarf es ähnlich wie bei China großen Aufwand. Ich habe von jemandem gelesen, der das kürzlich gemacht hat. Für 30 Tage zahlt man ca. 1000€ an eine Agentur, erstellt einen genauen Zeitplan, wann man wo ist und schickt jeden Abend seinen Standort an die Agentur. Das ist uns zu teuer, wobei es bestimmt auch richtig geil gewesen wäre.

In der letzten kambodschanischen Stadt suchten wir einen Ort, an dem unser Auto für 2 Wochen stehen könnte. In den Grenzorten sind die Leute immer nur auf Kohle aus, was bei den ohnehin schon nicht vertrauensvollen Khmern dazu kommt. Letztendlich durften wir nach langer Suche unser Auto in einem Pagoda stehen lassen. Die Mönche sind in jedem Land gleich nett.

Das erste Mal ging es mit dem Bus über die Grenze. Unglaublich wie schnell die Abfertigung geht, wenn man kein Auto dabei hat. Es ging für knapp 2 Wochen nach Ho Chi Minh. Bis zum Vietnamkrieg hieß die Stadt Saigon und war die Hauptstadt von Südvietnam. Nach dem Sieg Nordvietnam’s wurden sie umbenannt in den ehemaligen Präsidenten Ho Chi Minh. Muss wohl so ein kommunistisches Ding sein, die Städte der Verlierer umzubenennen.

Die Bewohner sagen nach wie vor Saigon. Vietnamesen sind tolle Menschen. Direkt merken wir einen riesigen Unterschied zu den Khmern. Wir probierten mal wieder Couchsurfing, also diese App, bei der Leute kostenlos Gäste bei sich schlafen lassen. Das funktioniert hier sehr gut. Lediglich eine Nacht schlafen wir im Hostel, weil wir mal wieder ordentlich feiern waren.

Leider waren früh um 6Uhr unsere 50€, die wir mit hatten ausgegeben, trotzdem war es eine der besten Partys bis jetzt auf der Reise.

Die meiste Zeit wohnten wir bei Mai. Sie ist so alt wie wir und hat sich vor kurzem dieses kleine Häuschen gekauft.

Für die Heimreise müssen wir noch einige Visa besorgen. Saigon hat über 10Mio. Einwohner und sämtliche Konsulate sind vertreten. Insgesamt müssen wir 4 Mal zur indischen Botschaft, bis wir unsere Visa hatten. Zur Abholung, werden alle Antragsteller zu Freitag Nachmittag geladen. Sowohl ein Ammi, als auch ein Franzose gerieten wunderbar in Rage. Wenn man laut wird, macht man alles nur noch schlimmer. Jedenfalls hatten wir nach 2 Unterschriften alles was wir wollten. Dazu später mehr.

Wir machten noch etliche Ausflüge und kosteten uns durch die kulinarische Welt der Asiaten. Vietnam hat eine wunderbare Küche und ist mit China das günstigste Land auf der Reise. Die kommunistisch geprägten Länder, empfinden wir als die Besten. Natürlich auch weil es so günstig ist, aber vorallem weil die Leute einfach so offen sind. Man ist das Miteinander gewohnt. Es gehört jeder dazu und niemand wird ausgeschlossen. Selbst Ausländer werden behandelt, als wären sie Teil der großen Familie.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Wir behalten Vietnam und Saigon in sehr guter Erinnerung und können es wärmstens empfehlen. Es ist das ruhige Pendant zu Thailand, mit genauso tollen Menschen. Als Abschiedsgeschenk bekam Mai  diese Pflanze. Dann ging es mit dem Bus zurück zu unserem Vito. Für die Mönche in Kambodscha, welche auf unser Auto aufpassten, brachten wir eine Kiste Bier und eine Stange Zigaretten (für 6€) mit. Wie sich rausstellte, trinken Mönche keinen Alkohol.  Zigaretten sind in Ordnung.

Den Bus zur Grenze teilten wir uns mit einem russischen Pärchen. Leider mussten wir wieder ein VOA kaufen. Am Übergang wollte der Busfahrer je 40$, obwohl es nur 30$ kostet. Wir stiegen aus und liefen den letzten Kilometer. Dann ging das Spiel mit den Zöllnern weiter, die uns ebenfalls zu viel abkassierten und falsches Wechselgeld zurückgaben.

Willkommen zurück in Kambodscha. Nirgends läuft das so wie hier. Glücklicherweise, jedoch hatten wir von den Mönchen nichts anderes erwartet, hat unser Auto die 2 Wochen gut überstanden.

Am selben Abend stellten wir uns für die Nacht wieder in ein Pagoda. So ein besoffener Typ hat das mitbekommen und für eine halben Stunde füllte sich der komplette Platz, ehe ca 40 Menschen und 2 Polizisten mit Maschinenpistole, uns einen Besuch abstatteten.

Von 1975-1979 wollten die „Roten Khmer“ einen Bauernstaat ohne Intellektuelle schaffen. 1,7 Millionen Menschen starben. Um Munition zu sparen, wurden Kinder an den scharfen Palmenstämmen und Erwachsene mit Eisenstangen erschlagen. Noch heute werden in der Regenzeit Massengräber freigespült. Die fehlende Intelligenz merkt man sofort.

Am nächsten Tag sind wir 500km Richtung Nordosten gefahren und waren Abends in Thailand. Der Grenzübergang raus aus Kambodscha, war für mich das Schönste am Land.

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